Wo Zukunft Geschichte hat


Hohensyburg


1250 Jahre Geschichte über dem Ruhrtal

Manche Orte erzählen die Geschichte einer Stadt besonders eindrucksvoll.

Die Hohensyburg ist ein solcher Ort.

Hoch über dem Ruhrtal gelegen, mit weitem Blick über Fluss, Wälder und Hügel, gehört sie zu den ältesten historisch fassbaren Orten des heutigen Dortmunder Stadtgebiets. Wer heute den Syberg besucht, erlebt nicht nur eine der schönsten Aussichtslagen der Region. Er begegnet mehr als zwölf Jahrhunderten Geschichte – und den Menschen, die sie geprägt haben.


Im Jahr 2026 feiert die Kirche St. Peter zu Syburg ihr 1250-jähriges Jubiläum. Bereits im Jahr 776 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Damit zählt sie zu den ältesten Kirchen Westfalens und ist zugleich der älteste Sakralbau auf heutigem Dortmunder Stadtgebiet.

Doch die Geschichte dieses Ortes beginnt noch früher.
Schon lange bevor Dortmund zur bedeutenden Handelsstadt wurde, spielte der Syberg eine wichtige Rolle. Die Höhenlage über Ruhr und Lenne machte ihn zu einem strategisch bedeutsamen Platz. Hier kreuzten sich Wege, hier entstanden Befestigungen, hier hinterließen Sachsen, Franken und mittelalterliche Herrscher ihre Spuren. Die Hohensyburg gehört damit zu den Orten, an denen die frühe Geschichte Westfalens bis heute sichtbar bleibt.

Wer über das Gelände spaziert, entdeckt dabei nicht nur eine Epoche, sondern viele. Die Kirche St. Peter erzählt vom frühen Mittelalter. Die Burgruine erinnert an die Zeit der Ritter und Erzbischöfe. Der Vincketurm verweist auf das 19. Jahrhundert und den westfälischen Aufbruch unter preußischer Verwaltung. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht für die Erinnerungskultur des Kaiserreichs und zeigt, wie jede Generation ihre eigene Sicht auf Geschichte entwickelt.


Doch die Hohensyburg erzählt nicht nur von Politik und Herrschaft. Sie erzählt auch von Arbeit. 

Lange bevor Fördertürme die Landschaft des Ruhrgebiets prägten, wurde am Syberg bereits Kohle gewonnen. Der hier nachgewiesene Bergbau gehört zu den frühesten Zeugnissen der Kohlenförderung in der Region. Wer heute den Bergbauweg oder das Besucherbergwerk Graf Wittekind besucht, kann noch nachvollziehen, wie eng die Geschichte des Ruhrgebiets mit diesen Hängen verbunden ist.

Und sie erzählt von den Menschen, die ihre Freizeit hier verbrachten.

Als die Hohensyburg Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Ausflugsziel wurde, entstanden Gaststätten, Aussichtspunkte und neue Verkehrsverbindungen. Besucher konnten mit der Straßenbahn bis Westhofen fahren und von dort mit einer Standseilbahn den Syberg hinaufgelangen. Schon damals kamen Menschen hierher, um die Natur zu genießen, den Blick über das Ruhrtal schweifen zu lassen und dem Alltag für einige Stunden zu entkommen.


Über Generationen hinweg gehörte die Hohensyburg zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Die Ruhrterrassen wurden zum Treffpunkt für Familien, Wanderer und Sonntagsausflügler. Die Pfingstkirmes lockte Jahr für Jahr tausende Menschen auf den Berg und ist bis heute in den Erinnerungen vieler Dortmunderinnen und Dortmunder lebendig. Später kamen die Naturbühne und die Spielbank hinzu – jede Generation hat ihre eigenen Geschichten mit diesem Ort verbunden. Vielleicht macht genau das die besondere Stärke der Hohensyburg aus. 

Hier treffen nicht nur Natur und Geschichte aufeinander. Hier begegnen sich auch die unterschiedlichen Kapitel der Dortmunder Geschichte: frühes Mittelalter und Industrialisierung, Glauben und Freizeit, Arbeit und Erholung, große historische Ereignisse und persönliche Erinnerungen.
Kaum ein anderer Ort zeigt so eindrucksvoll, dass Geschichte nicht nur aus Jahreszahlen und Denkmälern besteht.

Geschichte entsteht dort, wo Menschen leben, arbeiten, feiern, hoffen und ihre Erinnerungen weitergeben.

Wer heute auf dem Syberg steht und über das Ruhrtal blickt, sieht deshalb weit mehr als eine schöne Landschaft.
Er blickt auf einen Ort, an dem sich über viele Jahrhunderte hinweg die Geschichte einer ganzen Region verdichtet hat.

Und vielleicht liegt genau darin das Geheimnis der Hohensyburg: Sie erzählt nicht nur von der Vergangenheit. Sie ist bis heute ein Ort, an dem Geschichte erlebt werden kann.


zu Fuß Hohensyburger Promenade 

Idyllisch oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Lenne gelegen wurde in Hohensyburg bereits seit der frühen Steinzeit Geschichte geschrieben. Karl der Große und der Sachsenführer Widukind lieferten sich mit ihren Heeren Gefechte rund um die auf dem rund 245 m ü. NN hohen Syberg gelegenen Höhenburg. 

Die in unmittelbarer Nähe gelegene kleine Kirche St. Peter, der älteste Sakralbau auf Dortmunder Stadtgebiet, wurde vermutlich im Jahre 799 von Papst Leo III. auf seinem Weg nach oder von Paderborn besucht. Im 12 Jhd. prägten die Erzbischhöfe von Köln die Ereignisse an diesem besonderen Ort. Teile der alten Burgmauern erinnern bis heute an diesen Abschnitt der Geschichte.

Tauchen Sie mit meineHeimat.ruhr ein in die Geschichte dieses traditionsreichen (Vor)Ortes, erfahren Sie Spannendes und Wissenswertes über den weiteren Verlauf der Geschichte, deren Zeitzeugen u.a. der Vinketurm und das Kaiser Wilhelm Denkmal sind. Lernen Sie Hohensyburg als Ausflugsziel kennen, das bereits im 19. Jahrhundert über eine Seilbahn bequem erreichbar war und heute mit der Spielbank Hohensyburg landesweit bekannt ist.

Start

Dorf Mitte Hohensyburg, Bushaltestelle

Termine

auf Anfrage

Preis 

21,90 Euro 

Dauer 

ca. 2,5 Stunden